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Musikkritik: Electronical-Parsons-Gettysburg [364] !Indeed! #crank

Sie sind wieder da, die zwei lässigen Electro-Boys aus Stuttgart mit den viel zu engen Hosen und den viel zu großen Sonnenbrillen und sie haben die stärkste Single des Jahres im Gepäck: “Fiftyfive-Reverse-Rehearsal on a chrystal-windy-bay:Fuck2012@World oder ganz einfach Electro” heißt die heiße Scheibe aus dem Stuttgarter Untergrund, die am besten zu einem gut gefüllten Spucknapf mit ein wenig Erdbeerkompott zu genießen ist. Die beiden sympathischen Schulabgänger beweisen mit ihrem neuesten Hit, dass es möglich ist, anspruchsvolle elektronische Musik zu kreieren, die gleichzeitig einen tanzbaren Beat vorzuweisen hat. What? Yes!

Besonders nach dem atmosphärischen Intro boosten die Bässe deftig ab, bratzen Betonpfeiler auseinander und fallen nach einer ordentlichen Trommelfellmassage unprätentiös – fast schon natürlich – wie Leprapatienten in sich zusammen. Ohne auch nur ein Anzeichen des Widerwillens wiegt sich der tanzhungrige Körper in den feinen Track-Middle-Line-Döderns, die schließlich einen grandiosen Backspin zurück zu den harten Chores und Cores zurücklegen, die am Ende des Stücks erst so richtig einschlagen. Das gefällt dubstebbenden Hardcore-Technotronikern genauso wie minimalhoppelnden Househasen. Epileptical-Space-Assfuck [110] ?what? #nonsense nennen gerade daher ihr Stück bevorzugt schlicht und einfach “Electro” – es verbindet über Genresubgrenzen hinweg wie richtig guter Fugenkleber von Pott®.

Zwischendurch ertönt immer wieder die sanfte Stimme von Cort Bequel, dem Ausnahmesänger, der mit den beiden schwäbischen Analphabeten alleinig für diese Single in Kooperation trat, um das Gesamtwerk schlüssig zu einer runden Sache zu säuseln. Mit Lines wie “Electro is for genius” betonen die beiden außergewöhnlich großhodrigen Baraushilfen ihre provokative Meinung, dass elektronische Musik nicht nur für geistig verlodderte, mittels vermeintlich sinniger Aussagen sich selbst verbrämende Anti-Menschen, sondern durchaus auch für den gesunden Homo Sapiens geeignet sei und kämpfen damit nicht nur gegen den gesunden Menschenverstand, sondern auch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse an. Für alle Fans von Drogen und seltsamen Geräuschen ist also auch diese Platte ein muss. Geht raus und greift sie euch!

Published in# ArchivMusik

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