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Monat: Juli 2017

Als Emmanuel Macron eine Crème war

Also ich so – vor kurzem – gedankenversunken auf meinem Nagelbett lag und darüber nachdachte, in welches Erdloch ich mein erjagtes Wildschwein legen könne, um es dort langsam – so richtig slowfoodmäßig – zu garen, erschien mir Manuel Macron als eine Art virtuelle superspirituelle Gedankenmanifestation, wie das eben manchmal so im Alltag vorkommt. Er saß auf einem goldenen Thron und grinste wie ein sehr gepflegter und höflicher Schwiegersohn, was mich umgehend dazu veranlasste über einen gelungenen Scherz meinerseits nachzudenken, den ich einmal tätigte, als ich Maronenmus aß, das ich – mit ungeheurer humoristischer Hellsichtigkeit – in diesem Moment nicht als Crème de Marrons (was dem französischen Originaltitel entspricht), sondern als Crème de Macron bezeichnete und damit die feine Gesellschaft, die sich um mich versammelte (die aus mir und meiner Essecke bestand), zu einer ausgiebigen Lacherei veranlasste. Doch nicht genug! Schließlich fragte ich: „Warum ist denn Frankreich so von diesem Macron fasziniert, dass ein Nationalgericht nach ihm benannt wird bzw. warum ist denn Frankreich so von Marrons fasziniert, dass sogar der Präsident danach benannt wird? Haha. Es war wirklich – wie sagt der Durchschnittsheini? – hilarious. Es war sogar so witzig, dass ich diesen Vergleich zehn Mal hintereinander anstellen musste:

Crème de Macron, Emmanuel Marron, hihi
Crème de Macron, Emmanuel Marron, hihi
Crème de Macron, Emmanuel Marron, hihi
Crème de Macron, Emmanuel Marron, hihi
Crème de Macron, Emmanuel Marron, hihi
Crème de Macron, Emmanuel Marron, hihi
Crème de Macron, Emmanuel Marron, hihi
Crème de Macron, Emmanuel Marron, hihi
Crème de Macron, Emmanuel Marron, hihi
Crème de Macron, Emmanuel Marron, hihi

Wirklich, ein gelungener Abend oder Tag oder vielleicht war es auch nur ein Augenblick in diesem verrückten Universum an Bilderströmen, das sich „Leben“ nennt, dieser endlose Traum aus Redundanzen und unangenehmen Neuigkeiten, dieser langen, langen, langen Periode des immer wiederkehrenden Stumpfsinns, dieses medial viel zu sehr gehypte Ereignis völlig unzusammenhängender, belangloser Ereignisse, dieses Phänomen, das fast so geil rüberkommt wie Brokkoli. Werch. Obwohl nein, ich meine Kohlrabi. Werch, werch!

Jedenfalls plauderte Macron (oder Marron? hihi) von seinem Thron lässig zu mir herab und fragte mich, wie ich denn das Daftpunkmedley beim Trumpbesuch fand, worauf ich antwortete: „Ok, ganz witzig“, worauf er sich zufrieden zurücklehnte und weiter Hausdurchsuchungen nonstop, on the fly, adhocig, ohne richterlichen Beschluss nachdachte, was genau ja genau so unbedeutend ist wie die Sechstelnote im Daftpunk-Hit „Happy-Bappy“. Dann zauberte er einen französischen Vermögenden (erkennbar am Spitzbart und dem vergoldeten Barrett oder auch Béret) aus seiner Jackettasche, der sich in seinem Handballen gemütlich einmummelte und rief „vive la…n’a pas d’importance“ und „weg mit die Schdeuer!“, bis der heilige Marron schließlich hinab oder hinauf fuhr – das war nicht so wirklich ersichtlich – in ein besseres Leben, was man ja ohnehin nur als völlig überhyped bezeichnen kann. Ein Nachmittag wie jeder andere.

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Wichtige Erkenntnisse über #Hamburgriot

Für alle, die ob dieser nun ja fast eine Woche lang täglichen Diskussion über Links und Rechts, über Extremismus und Extremextremismus, über Autonome und Antonyme, über Gewalt und Anti-Gewalt, über bayerische Sicherheitskonzepte im Vergleich zu hamburgerischen, über bayerische Wurstgesichter (Herrmann) im Vergleich zu hamburgerischen (Olaf Scholz), über Rummsidbumms und Tüdelü, irgendwie keinen Bock mehr haben und sich eigentlich auch nicht mehr mit diesem medialen Overkill beschäftigen wollen, noch mal die Top3-Erkenntnisse aus den letzten Tagen:

  • Rechte Randalierer sind nach wie vor beschissener als linke Randalierer.
  • Gewalt führt erstaunlicherweise prinzipiell zur Eskalation, egal wer das Monopol darauf hat.
  • Die Aufstände haben, auch wenn Gewalt total böse ist und natürlich keinen Sinn macht, wahrscheinlich auch mit der Situation außerhalb Europas zu tun und sind deshalb nicht vordergründig gegen die offene Zivilgesellschaft und Demokratie gerichtet (wie ganz viele konservative Schreiberlinge derzeit behaupten, so wie dieser scharfe Analytiker hier, der in linkem Protest vor allem die pubertäre Rebellion verblendeter Wohlstandskinder zu erkennen vermag, obwohl sogar Henryk M. Broder die undemokratischen Vorgängen vor dem Gipfel kritisiert), sondern gegen den ausufernden westlichen Kapitalismus, der in den südlichen Ländern der Welt lustig vor sich hin mordet und der kein einziges Mal während dieses G20 Gipfels thematisiert wurde.

Zusammenfassend lässt sich aber eigentlich nur dazu sagen:

…alles Mutti!
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