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Autor: Moschauer

Rechte Denker I – das Social-media-Volk

Ich weiß, die Allgemeinheit in Deutschland ist nicht nur klug und gebildet, sie denkt auch unheimlich differenziert und tiefgründig. Dennoch gibt es so manche Individuen – und vor allem in diesen unmöglichen sozialen Netzwerken –, die dieser Denktradition deutlich widersagen. Ja, es scheint fast, als würden sie gar nicht erst versuchen, komplexe Themen denkend zu erfassen. Doch nicht nur das: Auch das ethische Denken verweigern diese Menschen strikt, fast inbrünstig. Denn Denken (und vor allem ethisches Denken) macht langsam. Und es nervt alle Beteiligten. Um die aufgeklärte Allgemeinheit also mit dieser so undeutschen Denkungsart vertraut zu machen, die sich da irgendwo im Internet ereignet, folgen einige Beispiel dieser Premiumdenker, die jeden komplexen Sachverhalt – ganz facebookgerecht – bis ins Absurde…

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Über: Das Weltgeschehen II

… Eigentlich frage ich mich aber auch, worüber man, wenn man noch nicht von einer Profilneurose etwa der Größe von – sagen wir mal – Japan1 befallen ist, man eigentlich noch schreiben sollte. Denn: Es scheint alles schlechter geworden zu sein, doch untergegangen ist die Welt noch nicht. Und natürlich hat Donald Trump (neben seiner allgemeinen Dämonie) eine komische Frisur. Und natürlich stehen wir wunderbar aufgeklärten Menschen über allem, was aus der rechten Höckeecke kommt, spätestens bis zur Bundestagswahl, denn dann werden wir alle überrascht sein und gleichzeitig gewusst haben, was auf uns zugekommen sein wird. Bis dahin könnte man aber noch ein wenig posaunen. Zum Bleiseil über die ZEIT. Denn dort wird behauptet, dass der Zulauf zu der sogenannten…

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Über: Das Weltgeschehen I

Manchmal denke ich mir so, wenn ich aus dem Fenster in die majestätischen Schluchten der Rocky-Mountains blicke und an meinem Zigarrenstummel herumspeichele, dass ich eigentlich, tief drin, tiefer drin als bspw. ein Spreisel (man könnte auch Splitter dazu sagen), tiefer drin als manch jeder vaskuläre Dildo dieser Welt, tiefer drin als ein Stückchen Kartoffelgratinverbranntes in der Speiseröhre, dass ich mir so tief drin manchmal gerne einen khakifarbenen Anorak anziehen und Kinder anmotzen möchte. Nicht, dass es mir dabei allein um den Style ginge, diese lockere Mode der Selbstvergessenheit, des „unwichtig, was kommt, so wichtig wird das nicht mehr“, dieser Gewissheit, dass alles total egal ist, dieser altersmilde, gemütliche Zynismus, der sich auch gerne in Nicht- oder Protestwahlen äußert, dieses, dann…

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Kunstkritik: The night, the self, the mystery

Nicht zu Unrecht tost gerade allerorten Begeisterung für Anna Diguera-Florence auf, macht sich Verzückung und Erleuchtung breit, bis in den kleinsten Blickwinkel sogar der kulturverlassenen BRD. Denn mit ihrem neuesten Werk ist der 15-jährigen Photokünstlerin aus Tokio – die Werktags in Kapstadt verweilt und Sonntags immer nach New York fliegt, um einen Käsekuchen zu naschen – der ganz große Coup gelungen. „The night, the self, the mystery“  ist nicht nur ein schillerndes Kompendium an seelischen Zuständen, Hoffnungen, Beschwörungen, Verführungen und Warnungen, es ist weiterhin Zündstoff für die Digitaliselite dieser Welt, die mit dieser Arbeit sicherlich zum Erbeben und Verschütten ihrer Latte Macchiatos gebracht werden wird. Diguera-Florence setzt nämlich vollkraftig in das Zentrum der Postmoderne vor, sticht dort hinein, mit ihrem…

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Über: Volkszorn

Es musste sein, es ist so, es ist einfach so, es ist das große Thema und es wurde diesmal nicht über und daran vorbei geschrieben, sondern einfach abgesabbelt – wie im Kaffeehaus. Und das mit höchstmöglicher Ungenauigkeit. Aber mit sehr viel Stil. Dieses Hörspiel, der Anton Kröger – Superstudio Productions aus Mistelbach, beschäftigt sich mit dem Thema Volkszorn, nicht erschöpfend, nicht ausschöpfend, nicht sehr clever, aber sehr, sehr lange (15:21) und das ist zumindest ein sehr eindeutiges Qualitätsmerkmal. Alle die volkszornig sind, dürfen mich gerne beleidigen und belehren, dass ich ihre Ideologie nicht verstanden habe (aber irgendwann wird es mir gelingen). Alle die nicht volkszornig sind, dürfen sich amüsieren (wenn sie es schaffen) oder einfach zuhören und lernen. Kommentare wie gehabt.…

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Über: Friends Day und abgegrabbelte Hüte

Also ich glaube es gibt nichts schöneres als einen Friends Day auf Facebook. Abgesehen davon, dass es nichts schöneres als Friends und Facebook gibt. Und am allerschönsten sind Facebook Friends, denn diese sind so angenehm unpersönlich, dass sie einen nicht stören, im modernen Selbstdarstellungsselbstgefiste. Obwohl dieses moderne Selbstdarstellungsselbstgefiste schon irgendwie genial ist, in seiner komplizierten Einfachheit, denn man braucht überhaupt nicht mehr die Anerkennung des andren, um ordentlich im Monitorlicht zu masturbieren, es genügt schon die virtuelle Anerkennung, die man sich wunderbar selbst besorgen kann, indem man dem Blödsinn tatsächlich glaubt, den man über, von und um sich herum erfindet. Win-Win also in der Unterhose. Friends Day auf Facebook jedenfalls ist etwas ganz tolles und sicherlich wird jeder dieses einmalige…

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Lookistischer Zwischenruf gegen alles genetisch Nationale

Verzeihung, Verheihung, Verziehung, nur kurz: Manche Leute behaupten zur Zeit ja mal wieder, das Deutsche läge einem im Blut und es ist genauso erstaunlich wie erschütternd wie eigentlich witzig wie derbe eklig und bitter visuell erfahrbar, dass diejenigen, die so etwas behaupten, aussehen, als läge da dem echten Deutschen noch etwas anderes im Blut, als wäre der Genpool da schon lange nicht mehr abgelassen worden, als hätten sich da einige unappetitliche Rückstände gebildet (Kalk, tote Schmeißfliegen, vergorenes Sauerkraut, Hundekacke) und gehalten, die eine unschöne Entwicklung hin zu einem Organismus im Stile eines riesigen Haufens Riesenscheiße beeinflusst haben. Will heißen: Diejenigen, die die Reinheit ihrer Rasse herbeisehnen, sollten sich ins Bewusstsein rufen, dass sie vollends deutlich von außen beobachtbar degeneriert sind,…

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Über: Gewinnspiele

Gewinnspiele, Gewinnspiele, dieses Wort, dieser Ausdruck! Gewinnspiele! Das ist mir aufgefallen, vor Tagen, als ich in der Zeitung blätterte und mein Augenmerk dann auf eine Chipstüte fiel, auf der Stand: Nehmen Sie teil, an unserem Gewinnspiel! Und gewinnen Sie eine Cambridge Satchel. Da ist es mir aufgefallen, zum ersten Mal in meinem Leben, das Gewinnspiel und ich fragte mich, was denn die Motivation sein könnte, an einem Gewinnspiel teilzunehmen und natürlich erhielt ich keine Antwort, aber ich dachte so: Also eigentlich ist ja der Gewinn das Ziel, der Antrieb dahinter. Aber der ist ja keineswegs sicher, der ist ja vielmehr unwahrscheinlich, der ist ja nun wirklich kaum zu kriegen. 1:10000? 1:100000? 1: 1000000? Das ist doch gering. Für mich persönlich…

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