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Kategorie: # Archiv

Kunstkritik: The night, the self, the mystery

The night, the self, the mystery - Anna Diguera-Florence

Nicht zu Unrecht tost gerade allerorten Begeisterung für Anna Diguera-Florence auf, macht sich Verzückung und Erleuchtung breit, bis in den kleinsten Blickwinkel sogar der kulturverlassenen BRD. Denn mit ihrem neuesten Werk ist der 15-jährigen Photokünstlerin aus Tokio – die Werktags in Kapstadt verweilt und Sonntags immer nach New York fliegt, um einen Käsekuchen zu naschen – der ganz große Coup gelungen. „The night, the self, the mystery“  ist nicht nur ein schillerndes Kompendium an seelischen Zuständen, Hoffnungen, Beschwörungen, Verführungen und Warnungen, es ist weiterhin Zündstoff für die Digitaliselite dieser Welt, die mit dieser Arbeit sicherlich zum Erbeben und Verschütten ihrer Latte Macchiatos gebracht werden wird. Diguera-Florence setzt nämlich vollkraftig in das Zentrum der Postmoderne vor, sticht dort hinein, mit ihrem messerscharfen Blick – den sie an irgendeinem Wetzstein dieser Welt geschärft haben musste, stundenlang, bis er so scharf geworden war, dass er schneidet und schneidet und gar nicht mehr aufhört, wie ein richtig gutes Küchenmesser von Futt® eben – und seziert sensible Momente im Leben des prototypischen jungen Menschen, der Trends setzt und selbst trendgesetzt wird. Sie schneidet ruchlos und mit einer eloquenten Neugier hinein in das fahle Fleisch der 2.014 Hipster-Cliuqe in ihren Szenebezirken und nimmt deren Wichtigstes in das Visier ihres künstlerischen Schaffens: Die einzige Konstante im hipsterialen Universum, die zentrale Kulturtechnik dieser Generation, die einzig für diese jungen Menschen verfügbare ontologische Methode, die eigene Existenz in irgend einer Art zu beweisen – das „Selfie“. Und damit tritt sie einen Kampf an, der sich schon lange abgezeichnet hat und der geführt werden muss, ein Kampf der „Generation Selfie“ mit sich selbst, ganz ihrer eigenen Bestimmung folgend.

Und dennoch wird Maximilian-Benedict erschrecken, sitzend im kleinen Bistro am Kreuzberger Bahndamm, selbstvergessen im Spiegelbild seiner eigenen, schalen Gedanken, die sich darum drehen, wie man einen unrenovierten Altbauraum am stylischsten in einen fetzigen Dark-New-Wave-Bla-Swing-Electro-Club verwandeln könnte oder welche Foodtruck-Kreation er heute zum Mittagessen nur zur Hälfte verspeisen möchte, da er sich nach zwei Bissen immer so voll fühlt, wäääh. Er wird aufschrecken aus seiner halbleer-halbvoll gewordenen Existenz und Diguere-Florences Schonungslosigkeit mit offenen Augen entgegenstarren, die sich auf den neun Portraits unterschiedlichster junger Menschen offenbart. Denn dort zeigt sie genau das, was gerade durch die – nach Rodewitz – degenerierte Gegeneration hindurchfährt und sie gleichsam erschüttert, nämlich eine Ungewissheit darüber, was das Phänomen „Leere“ ist, welchen Bezug es zu diesem herzustellen gilt, wie man damit für sich selbst umgehen könnte, außer sich zu einem Selbstmitleids-Perpetuum-Mobile hochzustilisieren. Ein großes Problem, das Diguere-Florence dort thematisiert, denn eines ist sicher: Diese Leere breitet sich unaufhörlich aus. Sie findet sich in wörtlichen als auch visuellen Ausdrucksmöglichkeiten dieser Generation wieder, zuvorderst natürlich im „Selfie“, dem visuellen Kern der angesprochenen Jugend- und Twenbewegung.

Betrachten wir bspw. Tom Dickenborrow, den die Künstlerin in die Mitte ihres Werkes platziert hat, mit einer photographischen Handwerkskunst, die ihresgleichen sucht, viel zu hochwertig, von einer anderen Qualität, einem Selfie in keinster Weise ähnlich, aber dennoch so zerbrechlich und auf eine unbewusste Wahrnehmung hin dilettantisch, als würde das dünne Ärmchen von Dickenborrow tatsächlich im Espenlaub zittern, der allen Jugendlichen innewohnenden Angst vor sozialer Ausgrenzung und Herabwürdigung geschuldet, dem Kern und dem Beginn späterer Isolation. Gerade sein Porträt hält die anderen acht zusammen, bindet sie, fordert sie heraus und stößt sie leicht ab. Es scheint als spiele er mit ihnen, obwohl er nicht wie jemand wirkt, der irgendetwas spielen könnte außer das lustige Leiterspiel. Er wirkt sogar fast wie der Anführer dieser Gruppe, junger verlorener Seelen, die er nicht versteht und niemals kennenlernen wird, da alle ständig in ihr Handys glotzen und twiddeln. Der junge Mann mit den unsicheren Augen, umrandet von existentiellen Anti-Charismen.

Doch Diguere-Florence verrät noch mehr über sich und vor allem über die Menschen, die sie porträtiert. Es geht ihr nicht nur um Kritik und keineswegs um Bloßstellung. Auch Würdigung ist in ihrem künstlerischen Schaffen stets ein elementares Anliegen und so gelingt es ihr auch, diese Menschen emporzuheben, aus ihren Verhältnissen, in denen sie ein geknechtetes, verächtliches Leben führen müssen, vor den virtuellen Karren unzähliger Großkonzerne gespannt, gehalten als Klicksklaven von Cyberpatrioten, totalitären Weltverbesserern und Monitorköpfen, deren einziges Heil die totale Digitalisierung der totalen Welt ist. Ja, sie erheben sich über diesen Schmutz, den wir ihnen als Gesellschaft aufgelastet haben und werden – durch alle Symbole, Zeichen und Codes hindurch – menschlich und in dieser puren Menschlichkeit, die überhaupt erst erscheinen kann, da sie in einem inhumanen, technokratisierten Kontext sich abbildet – das weiß Diguere-Florence natürlich –, glänzen und scheinen diese jungen Wesen über alles hinweg und durchstoßen die Dunkelheit des Zweifels und des Neids, durch die sie stets schreiten müssen und die Ihnen von anderen geschaffen wird, die ihre Sorgen nicht verstehen, weil sie nicht schön und nicht jung sind und mit Technik nichts anfangen können und weil sich der Videorekorder einfach immer noch nicht richtig programmieren lässt.

Dennoch stieß die Wahlportugiesin, die sich vor allem im schottischen Hochland aufhält und zum Kaffeekränzchen im Amazonas tobakartiges Gebäck auffährt, mit ihrem erstklassigen Werk nicht nur auf positive Kritik. Eine ganze Bewegung an visuellen Anthropologen stellte sich etwa einer Ausstellungseröffnung in Augusta im Bundesstaat Maine in die Quere. Sie blockierten die Räumlichkeiten und beschimpften die Künstlerin als visuelle und handwerkliche Betrügerin, warfen Steine in die Schaufenster und verlangten ihr Geld zurück, das sie noch gar nicht gezahlt hatten. Erschütternd und traurig zugleich, dass nicht ein Hauch an Verwunderung bei diesen Menschen anzutreffen war, über den eigenen Mangel, etwas erkennen zu können, hinter dem Scheinwerferlicht des offensichtlichen, hinter den Fassaden aus zuckriger Realität, hinter den dunklen Flächen der eigenen Seelen. Denn sonst hätten Sie nicht umher gekonnt, sich berührt zu fühlen. Und zwar an allen anständigen und unanständigen Stellen ihrer Existenz. Vielen Dank, Anna Diguere-Florence, für diese Erfahrung.

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Sprache und so: Enttäuschung

Enttäuschung (die, also weiblich, also empfangend und fürsorglich und fast gleichberechtigt mit der männlichen Form), das weiß man, bedeutet soviel wie Trauer oder Unmut über ein eingetretenes Ereignis, das in einer anderen Qualität/Quantität erwartet oder erhofft wurde. Enttäuscht wird man also, wenn man in die falsche Richtung erwartet/gehofft hat oder aber in die richtige Richtung, die tatsächliche Richtung dann jedoch die Falsche war, oder aber, wenn man einfach gar nicht erwartet/gehofft hat, dass man Falsch liegt und es dann doch tut, oder wenn mann annimmt, dass es gar kein Wahr oder Falsch gibt, doch dann in diesem kleinen Textchen erfahren muss, das dem doch so ist – enttäuschend, nicht wahr? (Wahr ist – nebenbei bemerkt – natürlich alles was hier behauptet wird) Enttäuschung, das weiß man heutzutage auch, weil es irgendjemand irgendwann mal getwittert hat, bedeutete früher einmal – im 19. Jahrhundert oder so – von einer Täuschung befreit worden zu sein, synonym auch desillusioniert zu werden, etwas Positives eigentlich. Hoppla! Das ist ja schizophren – und zwar nicht schizophren im krankeitsbildlichen Sinne (das ist nämlich relativ kompliziert), sondern im Sinne der polemischen Verwendung in halbjournalistischen Pamphleten mit der Bedeutung: voll widersprüchlich und zwar so arg, dass man verrückt werden könnte – boah!

Die Enttäuschung ist ein schizophrenes Wort und der Mensch des 21. Jahrhundert ist bereits daran verrückt geworden. Enttäuschung entmutig ihn, statt ihn frohlockend aufjauchzen zu lassen und fixiert ihn damit in einer paradoxen Weltwahrnehmung – voll mies! Es ist anznunehmen, dass der machthabende Klüngel (welcher weiß man nicht so genau) irgendwann die Umdeutung des Wortes Enttäuschung ins Negative veranlasst hat, damit der regierte Mensch Enttäuschung tunlichst vermeidet, er also stets getäuscht vor sich hin lebt, er sich natürlich weiterhin nach Enttäuschung sehnt, diese aber natürlich nicht mehr begrifflich fassen kann und somit voll schizophren wird und bei Saturn einkaufen geht – voll gemein! Dies erklärt die guten Wahlergebnisse bspw. der CSU in Bayern, wo die Enttäuschung einfach nicht eintreten will, obwohl es genügend Gründe dafür gibt (CSU-Mitglieder). Überhaupt: Welche Rolle die heutige Politik in der Enttäuschungsmechanik der Deutschen spielt, lässt sich nur schwer sagen. Merkel als auch Gabriel sind exzellente Täuscher und Enttäuscher und damit genauso schizophren, wie die Gesellschaft, die sie gestalten, von der man übrigens auch nicht so genau weiß, wie enttäuscht sie eigentlich wirklich vom Nationalsozialismus ist* und damit auch nicht, ob sie überhaupt bereit für weitere Enttäuschungen ist. Schwierig. Wenn man jetzt noch ein Fazit ziehen möchte, weil man ja aus allem Denken immer einen Zweck oder ein griffiges Lebensmotto ableiten sollte, dann könnte man raten: Enttäuschen Sie, enttäuschen Sie, enttäuschen Sie, wo immer es nur geht! Und enttäuschen sie natürlich auch sich selbst. Nur dann ist Platz für neue, wichtige Enttäuschungen.

* Kann man bspw. in einem Welt-am-Sonntag-Essay behaupten: die Entnazifizierung konnte Deutschland erfolgreich enttäuschen?)

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Stimmen zu Julia Engelmann

Miley Cyrus: Ich frage mich, wieso eine Generation, die den Imperativ beruflich alles tun und können zu müssen anscheinend klaglos angenommen hat, denn nun auch noch im Privatleben alles tun und können will? Kapier ich nicht! Lalala, Wreckingball…

Josef Wagner: Hallo Julia Engelmann, du bist jung und schön und stark, das Sprachrohr einer Generation. Mut ist nur das Anagramm von Glück schreibst du. Und damit schreibst du Mut direkt in unsere Herzen hinein. Unser Land braucht mehr mutige, stolze, junge, deutsche Mädchen wie dich, mit deiner Alabasterhaut, in die ich meine altersgilben Zähne gerne…lechz…fasel…fasel…lechz.

Helmut Schmidt:
Mädel, quatsch nich, mach! *Paff*

John Keating: Carpe was? YOLO, Alter! YOLO!

Karl Marx: YOLO, das ist Leben, das ist Ausleben, das ist Erleben, das ist über den Verhältnissen leben, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.

Marcel Reich-Ranicki:
Das ist nicht Goethe! Pfui Deibel! Und wie sich das hier unten dreht, schrecklich!

Franz Kafka: Auch ist das nicht vielleicht YOLO, wenn ich sage, dass ich den Tag nutzen möchte. YOLO heißt, dass mir dieser Wunsch ein Messer ist, mit dem ich in mir wühle.

Theodor W. Adorno: YOLO? Falsches Leben im Falschen…würd ich sagen.

Alter Indianer:
Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass..ach, fuck…YOLO!!!!!

Eine junge, blonde, hübsche Frau: Hallo, ich bin Studentin. Oohhhh. Psychologie. Ah, ja gut. Und ich habe ein Gedicht geschrieben, das sich glücklicherweise nicht reimt, da es sich auch nicht reimen muss! Sonst muss aber alles, denke ich, auch ich! Aber das ein Andermal. Achtung!

Ich bin jung, ich bin blond, ich bin hübsch
Ich bin sympathisch und habe Talent
Ich weiß wahrscheinlich um eine gute Pose
Ich kenne Wörter und natürlich Pathos
Ich möchte etwas sagen und tue es auch
Ich fühle mich beengt und frei zugleich
Ich fühle Etwas, das ich sagen muss und zwar:
Ich möchte…Ich…möchte…Ich möchte…
auf Dächer steigen, die höher sind als Hochhausdächer,
höher als die in Berlin oder Frankfurt,
von da oben möchte ich die Sonne sehen
ganz nah, ganz groß, ganz warm.
Und wenn Konfetti rieselt, auf der Fete,
die mir beweisen soll, dass ich doch Mensch bin,
dann werd ich ganz still, weil mein Herz schlägt, ganz laut.
Und dann eben Sinn kommt, der sonst nicht da ist.

Wieso nicht einfach mal leben?
So richtig, so vage richtig?
Ich möchte…Ich möchte…Ich möchte…
frei sein, indem ich Zwang mit Zwang ersetze.
Zwang zu leben!
Zwang zu mehr!
Doch schon bald wird mein Begehren kalt, weil die Bilder
in den Broschüren bunter waren – wie immer
und auch wenn man sie ins Feuer wirft
so richtig warm wirds nicht.

Macht der Mensch sich überflüssig?
Hört!!! Man lebt nur einmal!
Man lebt nur einmal!
Lebt nur einmal!
In einer Gesellschaft, die Angst hat, sich selbst zu überholen.
Dort wo Stillstand
vielleicht die letzte Chance ist
gehört zu werden.
Hört doch!!! Man lebt nur einmal!
Man lebt nur einmal!
Lebt nur einmal!
Steht endlich still! Man lebt nur einmal!

Columbo: Also eine Frage hätte ich da noch…muss ich wirklich?

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Sonderangebote

Es passiert nicht oft, dass sich meine Studenten Gedanken machen. Die meiste Zeit sind sie damit beschäftigt, ihre Auslandstrips nach ihrem Abschluss zu planen und vergessen dabei, dass ich sie am Ende des Semesters eiskalt durchfallen lassen werde. Worin diese jungen Menschen jedoch mehr als geübt sind, ist das Suchen und Finden von Sonderangeboten. Es war also lediglich eine Frage der Zeit, bis ich in meiner Vorlesung einen philosophischen Blick auf dieses Phänomen der Alltagsgeschichte werfen sollte und soweit es überliefert ist, gibt es Sonderangebote seit Anbeginn der Menschheit. Kein wunder also, dass dieser Gegenstand dementsprechend lange unter philosophischer Beobachtung stand. So gut wie jeder große Philosoph konnte zu diesem Thema etwas beipflichten. Es ist nachgerade überraschend, welche Gedankenfülle sich bezüglich dieser Erscheinung im Laufe der Zeit entfaltet hat.

Platon brabbelte etwa: “Der Mensch kann nur sagen: das ist ein gutes Sonderangebot, wenn er zuvorderst das Urbild des Angebots geschaut hat. Erst wenn er dessen Eigenschaften verstanden hat, kann er das Sonderangebot erkennen und beurteilen und im besten Falle wahrnehmen. Das Sonderangebot strebt dem Angebot stets zu, doch niemals wird es dieses erreichen”. Zudem erklärte er, dass Sonderangebote nicht immer günstig sein mussten. Ofmals war es wohl der Fall, dass ubrildliche Angebote um einiges billiger ausgeschrieben wurden als deren abbildliche Pendants, was unter anderem an den geringen Herstellungskosten oberhalb des Himmelsgewölbes gelegen haben musste. Das Sonderangebot ist also an sich – wenn man Plato auf diesem Wege folgen mag – ein organisches, sehnsüchtelndes Wesen, das hin zu seinem Ursprung strebt und diesem gerecht werden möchte, obwohl das eh nix wird. Auch Sokrates war ein Fan des Sonderangebots gewesen. Aus Platons Aufzeichnungen weiß man etwa, dass der alte Weise der Philosophie das Sonderangebot als entzückendste Verlockung des Lebens, gleich nach süßen Knaben, nannte und eigentlich immer auf der Suche nach dem nächsten Schnäppchen war. Oftmals erhielt er Waren sogar völlig kostenlos, nachdem er mit dem Verkäufer in einen eindringlichen Dialog gegangen war und leitete nebenbei einen äußerst erfolgreichen Trödelhandel, mit dem er die Nudelholzsammlung seiner Ehefrau finanzierte.

Retrospektiv muss man sagen, dass es grundlegend zwei Ansichten über das Sonderangebot in der Philosophiegeschichte gab. Da waren die stolzen Befürworter wie Descartes (der sogar seine Philosophie auf dem Sonderangebot gründete: “Ich will das Sonderangebot, also bin ich”), Hume (er mochte besonders gerne günstige Plätzchen und Gänsebraten und auch er war es, der theoretisch sicherstellte, dass man erst von einem Sonderangebot reden kann, wenn man es höchst persönlich wahrgenommen hatte) und sogar der stets schlecht gelaunte Kierkegaard, der vor allem Ausschau nach großen bunten Hüten mit Federn hielt, die ihn zumindest einige Sekunden lang aufheitern konnten. Gegen diese Giganten des Geistes stehen seit jeher die Sonderangebotsverächter. Unter ihnen sind Schwergewichte wie der eisenharte Kant (”Sonderangebote existieren nicht”), Nietzsche (der stets predigte, das Sonderangebot und die damit verbundene, lausige Scheinmoral müsse endlich überwunden werden, um hin zu einer Art Überangebot zu gelangen) oder auch Ludwig Wittgenstein, der verächtlich in einer Vorlesung getönt haben soll: “Über Sonderangebote lässt sich trefflich reden, indem man schweigt.”

Ein Philosoph jedoch, der kaum historische Beachtung fand, besgründete seine Philosophie ausschließlich auf dem Phänomen des Sonderangebots. Ulrich von Wankern, 1997 im urigen Bad Brombach geboren, schloss seine Beobachtung mit folgender Erkenntnis: “Sonderangebote…das is geil und geiz is geil. Geil! Isch muss los in de Kunstbar. Geil!” Sonderangebote erregten seit jeher das menschliche Gemüt, waren stets Symbol für Hoffnung und den Glauben an Besserung. Das Sonderangebot ist in seiner Einzigartigkeit jedoch ein Zwitterwesen: Viele Sonderangebote koexistieren und sind sich nur in ihrer Form einig, die wiederum das besondere am Angebot darstellen kann, deren Klang und Äußeres zu einem unverwechselbarem Bilde führt, das wiederum – wenn man genau hinsieht – jederzeit wiedererkannt werden kann und somit die Einzigartigkeit in der Vielfalt sichert, wie es dem normalen Angebot oder Ramschtisch bis heute nicht gelingt. Was? Mit diesem schlauen Satz endet unsere heutige Reflexion.

 

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Über: Die Zukunft

Es gibt mittlerweile amerikanische 3D-Drucker, die Pizza ausdrucken können und das passiert nicht so, wie man sich das natürlicherweise vorstellt: Das Bild einer Pizza auf Papier und einige Probanden, die dieses Produkt verköstigen und sagen „hm, da schmecke ich Kariertes“ oder „hui, ein Schuss Liniertes ist auch dabei“ oder „Butterbrotpapier, eindeutig!“ und man ist froh darüber, dem Fortschritt gedient zu haben. So nicht, nein, nein. Die Pizza ist tatsächlich echt und essbar und sieht aus, wie Pizza normalerweise nicht aussieht, also eckig, der Käse ähnelt Zahnpasta (wahrscheinlich Colgate, könnte aber auch Aronal, Elmex, Blendamed oder Sensodyne oder Sensident oder Odolmed 3, Blendax, Blenda-A-Med, Blend-A-dent, Dentagard, Dr. Best, Ajona oder Perlodont oder Paradontax oder Perlweiss oder Putzi [Zahncreme für Kinder: Gegen Zahnschmutzi], Theramed oder Rot-Weiss oder Silca oder Swissdent sein), die Tometansoße zähflüssig wie Sirup und Belag fehlt grundsätzlich. Eine Pizza also, wie sie Giovanni, der Pizzabäcker, der im Kabel 1 Format “Abenteuer Leben” die unzähligen Vergleiche von frisch gebackener mit tiefgekühlter Pizza durchführt und immer wieder sagt: “Bah, das isse keine Pizza!”, nicht für gut befinden würde. Laut Kabel-1-Redakteuren besteht das Abenteuer Leben darin, Gerichte möglichst in XXL-Größe herzustellen, auch wenn sich dies nur äußerst schwierig gestalten lässt und man bspw. in einer sehr aufwändigen Prozedur – unter Zuhilfenahme von 12 raubeinigen, aber liebenswerten Chaoten – eine gewaltige gußeiserne Pfanne schmieden muss, in der dann auch eine Riesenwurst – die von einem grobschlächtigen, sympathischen Metzgermeister sorgfältig zusammengebatscht wurde – Platz finden kann, obwohl es sich bei diesem Unterfangen nüchtern betrachtet – im Gegensatz zum üblicherweise volltrunkenen, verlodderten aber goldherzigen Kabel 1-Zuschauer – um hirnschmelzenden Unsinn handelt, den ein Zuschauer, dessen Hirn gerade nicht schmilzt – niemals sehen möchte – ehrlich wahr. Falls es ein Abenteuer sein sollte, eine Riesenbratwurst zu braten, hat die Literatur diesen Begriff seit Jahrhunderten falsch verstanden und wir haben aus mangelnder Weisheit und aus mangelndem Wissen heraus übersehen, dass Robinson Crusoe natürlich auf einer riesigen Scheibe Bierschinken gestrandet ist, sich König Arthus mit Rittern der Tafelschokolade umgab und es sich bei den Schriften von Mark Twain um die Abenteuer von Tom Soda und Hackbrötchen Finn handelt.

Zum Glück ist jedoch vor kurzem der Deutsche Meister im Stadt, Land, Fluss gekürt worden – von Kai Pflaume, wem sonst? Kai Pflaume ist der einzige deutsche Moderator, dem es routiniert gelingt, einem langweiligen Thema ein frisches Pfund Langeweile oben draufzupacken und dabei gelegentlich noch verkappte, von zahmer Altersgeilheit beseelte, wahrscheinlich charmant gemeinte aber doch nur auf hübsche Titten abzielende Komplimente an die Frau zu bringen. Zudem ist er der einzige TV-Mensch (das Mensch muss man betonen, sonst wird es vergessen), der gequält lächeln kann, ohne es wirklich so zu meinen. Unverzichtbare Qualität im deutschen Fernsehen. Jedenfalls gibt es jetzt endlich einen deutschen Meister im Stadt, Land, Fluss und wenn man schon dabei war, hat man einfach auch noch den deutschen Meister im “Vorschlaghammer an den Kopf halten” ausraumbolt und damit den jahrzentelangen Vorschlaghammerstreit in Deutschland endgültig beendet. Ein Herzliches Beileid geht daher an die Vorschlaghammerbrüder in Eisenach, die bereits seit 20 Jahren Vorschlaghämmer an ihre Birnen halten und trotz dieser großen Tradition – dem Wahrzeichen von Eisenach – nicht einmal zur Meisterschaft eingeladen wurden. Vielleicht klappt es aber mit einem Titel in der zweiten, eisenachischen Paradedisziplin: Stumpfsinn! Toi, toi, toi!

Als Säugling weiß man – und das ist ein großer Vorteil – nur sehr wenig mit Vorschlaghämmern anzufangen und bleibt somit in den ersten Lebensjahren von den meisten Streitigkeiten des Erwachsenenlebens verschont. Man ist mit anderen Dingen beschäftigt. Basale Lebensplanung, Mordlustigkeit und lästigen Krähen die Augen auspicken. Ich frage mich manchmal, weshalb es so wenigen Säuglingen im späteren Leben gelingt, andere Menschen zu töten, obwohl es ihnen doch von Grund auf ein veritables Bedürfnis ist. Klar, es gibt Ausnahmetalente, aber nur nach entsprechender Vereinsförderung. Aber der Durchschnittsbürger? Der bringt es kaum auf eine angemessene Anzahl an Morden und nur die allerwenigsten schaffen den Sprung vom Killerbaby zum Killerbubi, ohne fremde Hilfe. Sträflich vernachlässigt wird etwa die öffentliche Betreuung zukünftiger Killer, vor allem in Kindergärten und Kitas. Stattdessen soll den Müttern die Erziehung zum Mörder nun wieder selbst in die Hände gelegt werden, was auf Dauer keine Lösung sein kann, denn seien wir mal ehrlich: Den meisten Müttern fehlt der Biss. Da wird höchstens mal der Ehemann vergiftet oder einer ehemals guten Freundin, mittlerweile Feindin, der Kopf abgetrennt, oder einer anderen Frau beim Shoppen im H&M der Arm abgebissen, wenn dieser sich zufällig in dieselbe Bluse verheddert hat. Wieso wird denn nicht mal ein Autor beseitigt, der offensichtlich klischierte Frauenwitzchen macht? Das wäre doch mal ein Anfang. Und dann weiter in die Führungsetagen der Republik. Aber nein, das bringen moderne Mütter nicht. Wie soll eine Gesellschaft funktionieren, in der keine Mörder herangezogen werden? Fragen, die sich die moderne Politik nicht stellen will.

Zur Not hat man ja immer noch den Kapitalismus. Der sagt ja unter anderem: Du darfst! Eigentlich sagt er auch: Du darfst nicht nur, wenn du kannst, du darfst vor allem wollen und das auch – oder ganz besonders – wenn du nicht kannst! Du darfst alles wollen, was du willst, das ist dein natürliches, unveräußerliches Recht. Du darfst so bleiben wie du bist: Ein Woller! Ein bedingungsloser Woller! Dementsprechend schief beäugt er einen, wenn man mal nichts will. Der moderne Kapitalismus sagt dann bspw.: Uncool! Schau dir mal dieses übersexualisierte 16-Jährige Mädchen an, willst du nicht auch so sein? Kauf dir Hotpants! Oder er sagt: Was sie dringend in ihrem Auto benötigen, ist eine Saftpresse, die ihren Namen kennt und ihnen die Füße massiert, während sie ihnen Kafkas Verwandlung (VW-Beetle-Version) vorliest. Ein indianisches Sprichwort beschreibt das Wesen des Kapitalismus ziemlich genau und zwar bezeichnet es diesen als einen Spiegel, der nicht so richtig funktioniert, da die Benutzung einerseits kostenpflichtig ist und in diesem kein Spiegelbild zu sehen ist, sondern 24 Stunden lang Werbung – auch regelmäßige Sonderangebote von Spiegeln bei Ikea. Zumindest ist der Kapitalismus ein guter Ersatz für eine fehlende Mörderförderung. Zwar tötet er nicht (jedenfalls eher selten im Westen), aber er macht arm – zumindest den Großteil – was man ja immerhin als sozialen Mord durchgehen lassen kann. Alles prima.

Wogegen der Kapitlismus allerdings wohl nichts machen kann, ist die Schwemme von 3,4 Millionen Autoren die über das Reisen mit der Bahn schreiben und dies auf offenen Lesebühnen oder in geschlossenen Anstalten vortragen. 3,4 Millionen! Das ist eine erschreckend hohe Zahl. Was ist los in der Sonderschule der Kleinkunstschriftstellerei? Wie kann man sich so eine umfassende Geschmacksverirrung erklären? Der unheimliche Einfluss der deutschen Bahn auf das Leben der Deutschen? Oder ist es vielmehr der unheimliche Einfluss der deutschen Bahn auf das Leben einiger Deutscher, die meinen, einer ihrer Vorfahren sei in Goethes Skrotum herangereift und wenn nicht das, dann zumindest in jemandes Skrotum, der Goethe immerhin verehrt und wahrscheinlich auch einmal gelesen hat. Sind es thematische Nöte, sind es Ideennöte, sind es zu hartgekochte Weichbirnen, die aufplatzen und neben Hirnresten einen neuen Bahntext offenbaren? Schön wärs, aber eigentlich weiß man es nicht genau.

Genau weiß man nur, dass in Zügen der ODEG und vor allem in deren Toiletten Knöpfe aus dem Raumschiff Orion installiert sind und der Bordcomputer minütlich darauf hinweist, dass die Toilette gerade besetzt ist, wenn sich jemand darin zum Urinieren oder Koten befindet. Das ist fast so beeindruckend wie 3D-Drucker, die viereckige Pizza drucken können. Wenn man diese jetzt auch noch in Zügen der ODEG ausdrucken könnte und der Bordcomputer einen guten Appetit wünschen würde, dann stünde einer großartigen Zukunft nichts mehr im Wege. Aber davon ist die Menschheit ja noch Lichtjahre entfernt.

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Kunstkritik: Then Dog said…

“Irritierend” oder “provokaierend”, geben Kenner von sich, wenn sie das neuste Werk von Madelaine Beurdeuf in Augenschein nehmen dürfen. Mit “Then Dog said, let us make man in our image, to be like us” ist der französischen Grand Dame wieder einmal der ganz große Wurf gelungen. Kritiker und Fans sind begeistert, fassungslos und in siedender Ekstase garen die Komplimente zu einer schmackhaften Gesamtkomposition des uneingeschränkten Lobes zusammen. Der rastlosen Beurdeuf, die – wie allseits bekannt – im Alter von acht Jahren bereits ihr Elternhaus verließ, um in einer Mülltonne zu leben und sich ausschließlich von Keksen zu ernähren, ist es wieder gelungen den Rezipienten direkt das Sinnieren in den Gedankenapparat zu pusten. Wie ihre in den neunziger Jahren populäre und von Schärfe geprägte, antiamerikanische Aktionskunst – wir erinnern uns alle an die unvergesslichen Szenen am Champs Élysées, als Beurdeuf nackt versuchte Toastbroat in ihren Pobacken aufzubacken oder in einem mit Mayonnaise gefüllten Planschbecken das Ertrinken eines protestantischen Kindes simulierte – trifft auch ihr neuestes Werk das Kerngehäuse der modernen Zeit und dürfte vor allem im amerikanischen Raum auf erneute Resonanz stoßen, wenn auch auf voraussichtlich äußerst negative.

Dabei kam es der mittlerweile 86-jährigen Großkritikerin, übrigens eine Koryphäe der heutzutage kaum noch angewendeten Gelenkwischmalerei, nicht in erster Linie auf die Herausforderung engstirniger Zeitgenossen an, wie sie selbst bei der Eröffnungsausstellung in Paris anmerkte, obwohl das auch immer Teil ihrer Kunst war. Vielmehr sei ihr neuestes Werk ein wichtiges, ein immenses Anliegen: Der Mensch solle wieder lernen zu hinterfragen, um seine gemütlichen, aber rostigen Denkstrukturen aufbrechen und letztlich neu gestalten zu können. Dass sie sich damit voll und ganz gegen den Mainstream der Kunstindustrie stellt, ist ihr bewusst und sie tut es aufrecht wie ein alter, knochiger Fels, der einfach nicht auseinanderbröseln will, egal wie hoch die Wellen der Empörung schlagen. Diese lange trainierte Haltung des störrischen Esels ist nicht nur bewundernswert, es ist ein nötiges Aufbegehren des Humanen, in einer Welt, die inhuman geworden ist.

“Then Dog said, let us make man in our image, to be like us” erzählt von der Geschichte des zweifelnden Menschen in einer undurchsichtig gewordenen Lebensumgebung. Unweigerlich tauchen beim Betrachten des Werkes existientelle Fragen auf, die eine umgehende Beantwortung geradezu erzwingen. Wie ähnlich ist der Mensch dem Schoßhund wirklich? Ist Schappi vielleicht die vernünftigere Alternative zu Pferdefleisch-Lasagne? Wie fremdbestimmt ist der Mensch in einer Welt, die ihn ständig zum Sitzmachen zwingt? Kann der Mensch sich irgendwann von der Leine, die ihn seit Anbeginn der Schöpfung an einen metaphysischen Holzpflock bindet, losreißen? Kann der domestizierte Mensch irgendwann wieder frei sein? Natürlich wird auch ein kritisches Licht auf die Schöpfungsgeschichte geworfen – bei der religionskritischen Beurdeuf gehört dies zum guten Ton. Das Verständnis von Gott muss nach der Erfahrung dieses Werks völlig neu gedacht werden. Gott etwa als der ständig heulende Schoßhund, der mit dem Schwanz wedelt und Sitz macht und Platz, um das nächste Leckerli zu bekommen. Gott, der das Universum beim Gassigehen erschaffen hat, nebenbei, ohne die allumfassende Liebe, nach der sich die Menschheit so sehr sehnt. Gott als kläffende, nervtötende Fußhupe des Universums.

Tiefe, fragwürdige Abgründe reist Beurdeuf mit ihrem Werk in das Selbstempfinden des Rezipienten und trifft ihn dort, wo er am empfindlichsten ist: Im auseinanderfallenden Herzen, das im Wind der modernen Welt davon getragen wird. Doch gibt Sie dem Menschen auch einen Plan an die Hand, eine Chance zur Rückbesinnung. Der Mensch ist schließlich mehr als ein Stück Software, das der ständigen Gefahr ausgesetzt ist, ungefragt, zu den unpassendsten Zeitpunkten, geupdatet zu werden. Der Mensch muss wieder lernen, enervierend herumzubellen, in einem Zeitalter, das droht ihn selbst zu überholen. Der Mensch muss wieder lernen stehenzubleiben, an der Leine zu rütteln, an dem ein oder anderen Bäumchen zu schnüffeln. Der Mensch muss wieder sorgloser mit seiner eigenen Biologie umgehen, einfach mal ein Häufchen machen, wenn ihm danach ist. Und schließlich muss der Mensch die Fährte aufnehmen, in eine gütliche, gerechte Zukunft für sich und seine Artgenossen. Danke Madelaine für diese Einsichten. À la bonne heure, Madame Beurdeuf, à la bonne heure!

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Musikkritik: Electronical-Parsons-Gettysburg [364] !Indeed! #crank

Sie sind wieder da, die zwei lässigen Electro-Boys aus Stuttgart mit den viel zu engen Hosen und den viel zu großen Sonnenbrillen und sie haben die stärkste Single des Jahres im Gepäck: “Fiftyfive-Reverse-Rehearsal on a chrystal-windy-bay:Fuck2012@World oder ganz einfach Electro” heißt die heiße Scheibe aus dem Stuttgarter Untergrund, die am besten zu einem gut gefüllten Spucknapf mit ein wenig Erdbeerkompott zu genießen ist. Die beiden sympathischen Schulabgänger beweisen mit ihrem neuesten Hit, dass es möglich ist, anspruchsvolle elektronische Musik zu kreieren, die gleichzeitig einen tanzbaren Beat vorzuweisen hat. What? Yes!

Besonders nach dem atmosphärischen Intro boosten die Bässe deftig ab, bratzen Betonpfeiler auseinander und fallen nach einer ordentlichen Trommelfellmassage unprätentiös – fast schon natürlich – wie Leprapatienten in sich zusammen. Ohne auch nur ein Anzeichen des Widerwillens wiegt sich der tanzhungrige Körper in den feinen Track-Middle-Line-Döderns, die schließlich einen grandiosen Backspin zurück zu den harten Chores und Cores zurücklegen, die am Ende des Stücks erst so richtig einschlagen. Das gefällt dubstebbenden Hardcore-Technotronikern genauso wie minimalhoppelnden Househasen. Epileptical-Space-Assfuck [110] ?what? #nonsense nennen gerade daher ihr Stück bevorzugt schlicht und einfach “Electro” – es verbindet über Genresubgrenzen hinweg wie richtig guter Fugenkleber von Pott®.

Zwischendurch ertönt immer wieder die sanfte Stimme von Cort Bequel, dem Ausnahmesänger, der mit den beiden schwäbischen Analphabeten alleinig für diese Single in Kooperation trat, um das Gesamtwerk schlüssig zu einer runden Sache zu säuseln. Mit Lines wie “Electro is for genius” betonen die beiden außergewöhnlich großhodrigen Baraushilfen ihre provokative Meinung, dass elektronische Musik nicht nur für geistig verlodderte, mittels vermeintlich sinniger Aussagen sich selbst verbrämende Anti-Menschen, sondern durchaus auch für den gesunden Homo Sapiens geeignet sei und kämpfen damit nicht nur gegen den gesunden Menschenverstand, sondern auch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse an. Für alle Fans von Drogen und seltsamen Geräuschen ist also auch diese Platte ein muss. Geht raus und greift sie euch!

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