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Kategorie: etwas Humor

An die Stadtverwaltung

Also bitte! Viel zu große oder wahlweise auch zu breite Angestellte in viel zu kleine und damit auch zu enge Kehrmaschinen* zu zwängen – gehts noch? Der Gag ist doch uralt! Den hat ja Bud Spencer in den achtzigern schon geklaut! Wenn das ihre Vorstellung von moderner Unterhaltung sein soll, na dann können Sie auch gleich Gags für Michael Herbig schreiben. So eine Niveaulosigkeit, unglaublich!

Ein Wutbürger

*Orangefarbenes Bauhof-Fahrzeug mit wirbelnden Besen an der Frontseite. Breite: 45cm.

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Stimmen zu Julia Engelmann

Miley Cyrus: Ich frage mich, wieso eine Generation, die den Imperativ beruflich alles tun und können zu müssen anscheinend klaglos angenommen hat, denn nun auch noch im Privatleben alles tun und können will? Kapier ich nicht! Lalala, Wreckingball…

Josef Wagner: Hallo Julia Engelmann, du bist jung und schön und stark, das Sprachrohr einer Generation. Mut ist nur das Anagramm von Glück schreibst du. Und damit schreibst du Mut direkt in unsere Herzen hinein. Unser Land braucht mehr mutige, stolze, junge, deutsche Mädchen wie dich, mit deiner Alabasterhaut, in die ich meine altersgilben Zähne gerne…lechz…fasel…fasel…lechz.

Helmut Schmidt:
Mädel, quatsch nich, mach! *Paff*

John Keating: Carpe was? YOLO, Alter! YOLO!

Karl Marx: YOLO, das ist Leben, das ist Ausleben, das ist Erleben, das ist über den Verhältnissen leben, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.

Marcel Reich-Ranicki:
Das ist nicht Goethe! Pfui Deibel! Und wie sich das hier unten dreht, schrecklich!

Franz Kafka: Auch ist das nicht vielleicht YOLO, wenn ich sage, dass ich den Tag nutzen möchte. YOLO heißt, dass mir dieser Wunsch ein Messer ist, mit dem ich in mir wühle.

Theodor W. Adorno: YOLO? Falsches Leben im Falschen…würd ich sagen.

Alter Indianer:
Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass..ach, fuck…YOLO!!!!!

Eine junge, blonde, hübsche Frau: Hallo, ich bin Studentin. Oohhhh. Psychologie. Ah, ja gut. Und ich habe ein Gedicht geschrieben, das sich glücklicherweise nicht reimt, da es sich auch nicht reimen muss! Sonst muss aber alles, denke ich, auch ich! Aber das ein Andermal. Achtung!

Ich bin jung, ich bin blond, ich bin hübsch
Ich bin sympathisch und habe Talent
Ich weiß wahrscheinlich um eine gute Pose
Ich kenne Wörter und natürlich Pathos
Ich möchte etwas sagen und tue es auch
Ich fühle mich beengt und frei zugleich
Ich fühle Etwas, das ich sagen muss und zwar:
Ich möchte…Ich…möchte…Ich möchte…
auf Dächer steigen, die höher sind als Hochhausdächer,
höher als die in Berlin oder Frankfurt,
von da oben möchte ich die Sonne sehen
ganz nah, ganz groß, ganz warm.
Und wenn Konfetti rieselt, auf der Fete,
die mir beweisen soll, dass ich doch Mensch bin,
dann werd ich ganz still, weil mein Herz schlägt, ganz laut.
Und dann eben Sinn kommt, der sonst nicht da ist.

Wieso nicht einfach mal leben?
So richtig, so vage richtig?
Ich möchte…Ich möchte…Ich möchte…
frei sein, indem ich Zwang mit Zwang ersetze.
Zwang zu leben!
Zwang zu mehr!
Doch schon bald wird mein Begehren kalt, weil die Bilder
in den Broschüren bunter waren – wie immer
und auch wenn man sie ins Feuer wirft
so richtig warm wirds nicht.

Macht der Mensch sich überflüssig?
Hört!!! Man lebt nur einmal!
Man lebt nur einmal!
Lebt nur einmal!
In einer Gesellschaft, die Angst hat, sich selbst zu überholen.
Dort wo Stillstand
vielleicht die letzte Chance ist
gehört zu werden.
Hört doch!!! Man lebt nur einmal!
Man lebt nur einmal!
Lebt nur einmal!
Steht endlich still! Man lebt nur einmal!

Columbo: Also eine Frage hätte ich da noch…muss ich wirklich?

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Promiskuität

Betrachte meine Schenkel
Sie sind ganz klamm und kräftig
Lust auf ein wenig Geplänkel?
schnell und saftig heftig?
Schick mir deine Vorhut,
ich lasse sie herein
du bist heut der erste,
der erste von zweien.

Vergnüglich mach ichs dir
mit meinem Gartenschlauch
ich gieße da, ich gieße hier
die Primeln gieß ich auch.
Bist interessiert an Besamung?
Ich: Der Gärtner der Wahl,
alle Beete erbeten
meinen Gartenkrallenstahl

Klamme Schenkel gibt es viele
von der Masse her
sie lecken sich in Dielen
lassziv, im Atmen schwer
sie lutschen an Stilettos
sie beißen in Gewebe
sie arbeiten mit Dildos
teilweise in der Schwebe

Bsp.: swing set of love
Bsp.: swing set of love

Auch Bengel gibt es viele
die rammeln wie die Tiger
mit der Potenz der Jugend
dröhnend, wie die Düsenflieger
in die Hitze geiler Betten
fallen Bomben, nichts zu retten.
Tag für Tag und Stich für Stich
doch fragt man sich:
Vermissen sie denn nicht den Lohn?
den Eheleute stets erhalten
also das hübsche Sümmchen Hohn
zusätzlich zu den Falten
das man so gern in Ehen teilt
Diese süße, quälend schöne
psychische Gewalt?

Fehlt das dem Bumsprotz und
der Prötzin nicht auf Dauer?
Man weiß es nicht und kann nur raten
werdet endlich schlauer!

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Ein gutes Gedicht…

ist nett zu lesen
oder gar sehr
hat mindestens zehn Buchstaben
wahrscheinlich mehr

das Wort “gar” tritt öfter auf
gar die meiste Zeit
halbgar kommt gar gar nicht vor
die Idee ist gut…->

Am tollsten ist es
fürs Gedicht
das Thema bleibt im Hintergrund
und man eiert
und man eiert
und man eiert
und man eiert
und man eiert
und man eiert
und man eiert
und man eiert
und man eiert
und man eiert
eiert eiert eiert
drum herum
um dann zu sagen: Paff, piff, puff!
oder: Salamander, Salamander, Wuff!
oder: Nichts!
oder: Goethe ist mein Held!
oder: Gewichst ist gewichst!
Hauptsache der Schlussvers sitzt.

Ein guter Plan dagegen
– jetzt mal ehrlich –
ist es groß zu schreiben
was kleingedruckt im Leben sitzt
was man so nicht sagen kann
doch aus jeder Pore schwitzt
und dieses dann zu unterstreichen
das wär doch ein Lesezeichen!

Zum Beispiel
da gibts viel
den Kaffee mit der Oma,
dann der Nebel, Herbstaroma,
noch was über geile Teens
und über viel zu enge Jeans
Erwachsenwerden, Pubertät
wie man sich stets selbst verrät
über Herzschmerz, klar was sonst
und wie du so im Wohnheim wohnst
Alles easy
one two three
fertig, endlich, Poesie!

Ein gutes Gedicht
das weiß der Dichter
beginnt mit Verve
und endet schlichter
schludrig, scheiße, Hudlig
bleibt – na toll – ner Antwort schuldig
belässt den Leser im Naiv
und endet plötzlich
ungewiss
im besten Fall kursiv

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