Zum Inhalt

Kategorie: Klavier

Miniaturen des Abschieds: Die Welt zu dicht

Taubenschläge in den Mägen
Stille in den Dachstuhlschrägen
gefrorenes Licht
Fühle undurchdringlich, mich
Dann setzt das Leben aus
Und später die Nächte

wachen nicht mehr auf.

Hörbar ist nur Flimmern
Und mit Wüstendünenblicken in atonalen Zimmern
stürzen Wahr und Falsch zusammen
Ein letztes Weltenflammen,
vereint, geküsst, vermisst
ein leerer Platz am Tisch

wo du nur bist?

Und dann nichts als Wanken, Wanken, Wanken
In einer Welt mit Bärenpranken
Mit Dichte, Kälte, Regen
Und den tiefsten Magenschlägen
Davon erholt man sich nicht,
so schnell, es ist unmöglich

Die Welt zu eng, zu dicht.

Leave a Comment

Augenklavier: Dazwischen/Funken

Da gibt es ein Gefühl am
Schmelzpunkt, wo nur
oszillierende Umfassung ist,
im purpurnen Krakenwesen, das
gleich hinter der Stirn, sich
quer über den Frontallappen ein
gesponnen hat.

// bin das ICH?

Die tieferen Ebenen durch
wandernd, wallt und kriecht dieses,
Schlangen – gleich – durch
alles, was es gibt, alles was
es vorgibt, Welt zu sein und
dabei genauso irrt wie es
treffend beschreibt.

Ein Diaprojektor, die Verwaltung von
Bildern und solchen,
die es noch werden wollen.
Ineinander, übereinander, un- und ab- und auf-
und querverweislich, im Gesamt[pulk]
pulsierend, explizierend, verschweigend.

Ein Entstehen und
Zer
fall
en
nimmersatt, nimmerstop, nimmerleer, bis
Dinge erliegen, die dennoch in Bewegung bleiben [werden]

Und dazwischen ein Gefühl am Schmelzpunkt
// bin das ICH?

Es taut alles andere [ab]

Leave a Comment

Augenklavier: Eine halbe Stunde mit Andrea Strauch

Aus dem Zyklus „Begegnungen“:

„Artich, artich, Rea Tauch artich“!
zitternde Hände, gegriffen
nach Schultern [die meinen] zum Halten
erfasst, nochmal, wie der Kreis sich
schließen möchte, doch endlos
bleibt.

„Artich, artich, lieb, lieb, Rea artich!“
ist das Flehen[?], ist das Sehn
sucht[??], ist das ein Versprechen[???]
wie einsam musst du sein, wie
einsam stelle ich dich mir dann
doch nur vor. Wie einsam macht
man dich, hat man dich gemacht.
[immer und noch immer wieder]

„Rea haue, Rea haue!“
deine Faust funkt in den Himmel
ist Symbol für Irgendwas[?], ist
eine Antwort, eine Frage, eine
Nachricht[??] aus dem Nebel, ein
(#)Fanal, das keines werden darf[???].

Du nicht und ich nicht, WIR
fliehn ins unsichtbare Land
// vertrieben // sind wir doch
sie werden uns nicht los.

„Rea nach Hause, Rea nach Hause“
Wird es jemals möglich sein, dir und
deinen Augen, deinem Werden, wahr
haft nah zu kommen, dieses
in Anerkennung zu bedeuten[????]
„Wir sehn uns nächste Woche“
„Ja“
„Wir machen Welten auf“

Leave a Comment

Kurzklavier: Ein Anschlag in F-Moll

Eine Klavierminiatur.

Ein Anschlag in F-Moll
es gab keine Verletzten
im Leben geht es wohl darum
ein bisschen Freiheit zu besitzen

Doch wie man da rankommt
weiß ich nicht.
Jetzt sags mir doch endlich [bitte]

Meine Freiheit, ist die Freiheit des Andern auch
Wann kriegt der die?
Wahrscheinlich nie!
Wann hört das Ganze denn endlich auf?

Leave a Comment