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Kategorie: Texte

Der absurde Mensch – eine Lebenspraxis?

Der absurde Mensch, das ist nicht Til Schweiger, obwohl es für mich persönlich nichts Absurderes gibt als das Wesen, den Menschen Til Schwieger. Ich meine, wie muss es sich anfühlen, Til Schweiger zu sein? Wie würde man ein „beeing Til Schweiger“ erleben? Als eine von außen vermutete totale Dumpfheit, in einem tonalen Meer, tiefen, männlichen Grunzens? Oder offenbarte sich im schweigerschen Bewusstsein eine ungeahnte Komplexität, vielleicht gar ein ganzes Universum? Im nachfolgen Denkversuch[1] geht es nicht um Til Schweiger. Es soll sich um Albert Camus‘ absurden Menschen handeln, um einen Versuch, diesen greifbar zu machen, sich diesen greifbar zu denken…

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Chemnitz und die Folgen(-losigkeit)

Seit der Stunde null in Chemnitz, seitdem der Rechtsradikalismus in Deutschland seine hässliche Fratze, seine nackten noch hässlicheren Ärsche und Tötungsabsichten gezeigt, seine Parolen gegrölt und Fahnen geschwenkt hat, ist es relativ ruhig geworden. Zumindest um das, was als Fanal in Chemnitz sichtbar wurde, nämlich, dass es in unserer Gesellschaft alltäglich geworden ist, dass sogenannte besorgte Bürger mit Rechtsradikalen auf die Straße gehen. Eine unheilvolle Verbrüderung, von der man eigentlich schon länger wusste. Die ganzen Pegidas und Legidas und Werweißnochgidas haben ihn doch bereits deutlich gezeigt, den Verfall demokratischer Kultur. Oder vielleicht eher noch: Deren deutliches Fehlen, all die vergangenen…

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Die Verrohung der Gesellschaft

Heutzutage behaupten ja viele (unter anderem auch Heiko Maas), dass eine zunehmende Verrohung der Gesellschaft stattfinde, deutlich sichtbar etwa an schludrig durchgehetzten Hasskommentaren auf Facebook, Instabinsta, Twiddi und Doddel oder an anderen Erregungsbotschaften, geschlonzt in andere virtuelle Tagebücher, nach dem Motto: Das kommt mir nicht zupass, also kriegste Hass (du Bitch!).  Auffällig sei dabei eine umfassende Impulskontrollschwäche, wodurch selbst die kleinste Nichtigkeit das Potential habe, ein kinskieskes Hassfeuerwerk zu entfachen, das dann jedoch selten in kinskiesk genialer Eloquenz abgefeuert werde, sondern in Form als auch Inhalt eher bildliche Assoziationen an halbverdaute Breispeisen hervorrufe, die unter höchster Anstrengung die Speiseröhre hinaufgewürgt…

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Argumentationshilfen für die nächste Facebook-Diskussion

Aber Sie kennen sich aus, oder wie? So ein Quatsch! Nazi! Linksfaschist! George Soros bezahlt dich! Martin Schulz sorgt bei dir auch gleich für Gerechtigkeit! Schweig! (Klassiker) Das Social-media-Ding von Google is viel besser. ahrmes teuschlant! Auf Twitter hab ich 1351 Follower. Jetzt beruhig dich mal, nimm die Finger von der Tastatur, lass dir ne schöne Badewanne ein, setz dir einen Kamillentee auf, buch ein Wochenende Wellness im Spreewald, geh mit deinem Hund um den Block, atme einfach einmal tief durch, leg dir Entspannungsmusik auf und dann fick dich, du Scheißidiot, mit deiner Scheißmeinung, deinem Scheißgesicht, deinen Scheißfreunden, du Haufen…

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Drei wahllose Gedankengänge an einem Montagnachmittag

-1- Eigentlich könnte ein Smartphone ein tolles Werkzeug sein. Also abgesehen von dem ganzen Social-Media-Geschmodder, das ja hauptsächlich gar nicht so social ist, da man die virtuelle Spiegelfläche an „Freunden“ dafür verwendet, sich genüsslich selbst zu bestaunen, im die Seele so schön kühlenden Feedbackregen unzähliger, nach oben zeigender Daumen: Wie schön man doch ist? War man schon immer so schön? So weltgewandt? So bedeutend? Eigentlich nicht. Abgesehen davon sind soziale Medien aber bspw. nicht schlecht um Urlaubsbilder an Muttern zuschicken und im Gegenzug dafür kitschige „Ich-hab-an-dich-gedacht-Videos“ zu erhalten. Und abgesehen davon könnte – wie erwähnt – ein Smartphone ein tolles…

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Zwei Fragen

Was ist Solidarität? Warum gelingt es vielen Menschen in Deutschland nicht, sich mit geflüchteten Menschen zu solidarisieren? Zwei schwierige Frage und wahrscheinlich wird dieser Text keine Antwort finden. Was man allerdings heutzutage tun kann, wenn man eine schwierige Frage zu beantworten hat, ist, Online zu gehen. Etwa auf Instagramm, auf Facebook, auf Snapchat, oder auf Schnapsat oder Google (ob sich das durchsetzen wird, weiß ich nicht). Oder eben auf Wikipedia. Dort steht allgemein unter dem Begriff Solidarität formuliert (etwas sperrig): „Solidarität bezeichnet eine, zumeist in einem ethisch-politischen Zusammenhang benannte Haltung der Verbundenheit mit – und Unterstützung von – Ideen, Aktivitäten…

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Rechte Denker I – das Social-media-Volk

Ich weiß, die Allgemeinheit in Deutschland ist nicht nur klug und gebildet, sie denkt auch unheimlich differenziert und tiefgründig. Dennoch gibt es so manche Individuen – und vor allem in diesen unmöglichen sozialen Netzwerken –, die dieser Denktradition deutlich widersagen. Ja, es scheint fast, als würden sie gar nicht erst versuchen, komplexe Themen denkend zu erfassen. Doch nicht nur das: Auch das ethische Denken verweigern diese Menschen strikt, fast inbrünstig. Denn Denken (und vor allem ethisches Denken) macht langsam. Und es nervt alle Beteiligten. Um die aufgeklärte Allgemeinheit also mit dieser so undeutschen Denkungsart vertraut zu machen, die sich da…

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Politische Poesie: Das Braune im Deutschen

Im Alltag ist kaum Platz dafür, die Konvention verbietet es vielleicht mit halber Ironie, sagt jemand was er hält von Fremden. Der Negerwitz, der Türkenenwitz, die sitzen locker auf der Zunge aber bitte: hier trägt doch niemand braune Hemden! Natürlich sind wir seit Dekaden schon, befreit vom üblen Schmutz der jahrelang das Deutsche Reich – äh, Volk, äh stolze Heimat halt – bedeckte. Freigegraben ham wir uns, uns und unsre Werte während ganz leis der letzte Jud im Kämmerlein verreckte. Aber: der Deutsche ist gewachsen, seit dieser dunklen Zeit bereit sich zu entlasten, groß zu planen! Geistig, ist er doch…

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